Die Aufregung über das Wahlergebnis hat sich gelegt und der designierte Präsident Trump stellt nun sein Team für das Weiβe Haus zusammen. Nach all den Prognosen, wie die Märkte auf einen Sieg der Republikaner reagieren, haben sich jetzt einige klare Trends herausgebildet. Die meisten von ihnen laufen entgegen den Erwartungen, die vor den Wahlen prognostiziert wurden.

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Bond Ausverkauf

Eines der größten und wichtigsten Ergebnisse von der US-Wahl war ein deutlicher Ausverkauf an Staatsanleihen. Am Montag, den 14. November stieg die Rendite bei 2-jährigen US-Anleihen seit Januar über 1 %, während die 30-jährigen die 3 % Marke überstiegen. Der Benchmark für 10-jährige lag bei 2,27 %, was ebenfalls einen Höchstwert seit Anfang des Jahres markierte.

Es sind nicht nur die US-Renditen, sondern auch die Renditen in Europa und Großbritannien, die in der Woche nach den Wahlen zulegen konnten. Die 30-jährigen italienischen Staatsanleihen erreichten ihren Höchstwert seit Juli 2015. Die 30-jährigen deutschen Staatsanleihen durchbrachen die 1 % Marke für das erste Mal seit 6 Monaten.

Hinter der Flucht in die Bonds steht der Glaube, dass Präsident Trump die Ausgaben in die Infrastruktur erhöhen wird und somit Anreize für den Anstieg der Inflation liefert, die die Notenbank dazu bringen wird, die Zinsraten schneller anzuheben. Investoren verkaufen Bonds zugunsten von Aktien, da sie mit einen abrupten Anstieg bei der Inflation rechnen.

Der Aktiensektor ist zu beobachten: Versicherer konnten aufgrund des Siegs von Trump Gewinne verzeichnen. Ansteigende Renditen bedeuten verbesserte Erträge für Versicherungsunternehmen. Legal & General stieg um 7 %, während Prudential seit den Wahlen um 10 % anstieg.

Dollar Rally

Während bei den Bonds ein Ausverkauf stattfand, können Investoren nicht genug vom US-Dollar bekommen. DXY, der Dollar Index, ist auf über 100 angestiegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass Investoren glauben, dass die Zinsraten bald ansteigen werden. Das Währungspaar USD/JPY steht zwischen 107 und 108. Dies stellt seinen stärksten Monat dar. Im Gegenzug dazu ist das Währungspaar EUR/USD auf sein schlechtestes Niveau seit einem Jahr gefallen.

Trotz der Sorgen, dass Trump die Märkte destabilisieren und eine zinsbullische Fed dazu bringen könnte, die Zinsen unberührt zu lassen, gehen die Märkte nun stark davon aus, dass die Zentralbank im nächsten Monat die Zinsen anheben wird. Laut des CME's FedWatch Tools gibt es eine 80 % Möglichkeit, dass die Fed bei ihrem nächsten Treffen die Zinsen anheben wird.

Industriemetalle

Einige der größten Gewinne konnten bei den Rohstoffen gesehen werden, da umfangreiche Infrastrukturausgaben erwartet werden, die die Nachfragen nach bestimmten Metallen ansteigen lassen wird. Besonders Kupfer ist auf einem Höhenflug und hat seinen höchsten Wochengewinn seit fünf Jahren vermeldet.

Aktien, die im Zusammenhang mit dem Metall stehen, haben ebenfalls deutlich zugelegt. Der Kupferminenbetreiber Antofagasta ist der klare Gewinner. Er konnte in der letzten Woche um 30 % zulegen, da seine Gewinne direkt mit dem Metallpreis verbunden sind. Die Dezember-Futures für Kupfer stiegen zum 14. Mal in Folge, was die längste Gewinnserie seit 30 Jahren bedeutet.

Aktien

Der Dow Jones Industrial Average ging in der Nacht, in der die Ergebnisse bekanntgegeben wurden, zurück. Irgendwie sah die Realität mit einem Präsidenten Trump doch rosiger aus, als viele befürchteten. Es setzte eine Rally ein und der Dow erreichte ein Allzeithoch. Europäische Aktien haben ebenfalls zugelegt.

Es ist jedoch nicht eine breitangelegte Rally auf den Aktienmärkten. Wir können einige bedeutende Unterschiede in den Sektoren sehen, da sie vom Sieg Trump unterschiedlich betroffen sind.

Im FTSE waren die größten Gewinner Antofagasta +30 % (Kupferminenbetreiber); BAE Systems +10 % (Rüstungsunternehmen); Ashtead +12 % (Bauunternehmen); CRH +8 % (Bauunternehmen); Glencore +15 % (Minenbetreiber); Prudential +10 % - (Versicherungsunternehmen); Rio Tinto +10 % (Minenbetreiber); Shire +10 % (Gesundheitsunternehmen).

Gold

Gold wurde vor der Wahl als der sichere Hafen angepriesen, wenn Trump die Wahl gewinnen würde. Der Trend nach der Wahl konnte jedoch nicht unterschiedlicher als die Prognose sein. Gold ist auf ungefähr 1.222 $ gefallen und somit 10 % unter seinen Höchstwert. Die Minenbetreiber Fresnillo und Randgold sind um 15 % gefallen und somit sind sie unter den schlechtesten Performern im FTSE nach den Wahlen.