Der DAX30-Kurs tendiert seit Tagen in einer engen Range zwischen den Marken von 10.800 Punkten bis 10.600 Punkten. Es scheint so, als wäre den Bullen nach der US-Wahl und der anschließenden Rallye der Treibstoff für weitere Höhenflüge ausgegangen. Noch ist für viele Investoren schwer abzuschätzen, was die Präsidentschaft von Donald Trump, vor allem auf mittlere Sicht, für die US-Märkte bedeutet und so könnten sich viele in Zurückhaltung üben. Ein Blick auf die wichtigsten US-Indizes zeigt, dass deren Kursentwicklung in den letzten Tagen divergiert. Der Dow Jones-Index kann nach der US-Präsidentschaftswahl ein neues Allzeithoch nach dem anderen erreichen, doch der breite Aktienmarkt, vertreten durch den S&P 500-Index, hat diesen Höhenflug nicht mitgemacht und notiert noch ein gutes Stück unter seinem Allzeithoch. Der Technologieaktienindex NASDAQ100 befindet sich kurzfristig sogar in einem Abwärtstrend.

Die fehlende Marktbreite des Kursaufschwungs und der fehlende Gleichlauf der US-Indizes könnte auf die Probleme hindeuten, die mit der Präsidentschaft Trumps auf die US-Aktienmärkte zukommen. Es könnte nur vereinzelt Gewinner des wirtschaftspolitischen Programms am Aktienmarkt geben. Denn sollte ein Trump'sches US-Konjunkturprogramm kommen, dass in Infrastruktur und Verteidigung investiert, gepaart mit einer isolationistischen Politik, dann könnten die US-Zinsen weiter steigen. Seit der Wahl Trumps ist der Zinssatz von 10-jährigen US-Staatsanleihen um gut 0,4 Prozent angestiegen. Diese Aussicht könnte die US-Aktienmärkte, und damit den DAX30, auf dem Boden halten oder gar in einen Bärenmarkt führen.

DAX 18 Nov

Auf Seiten der Bullen steht auf Sicht der nächsten zwei Monate die Saisonalität, denn kurz vor und nach dem Jahreswechsel könnten sowohl institutionelle als auch private Anleger unter Druck stehen, ihre geparkten Gelder zu investieren. 

Ein mögliches Fazit in der jetzigen Situation könnte sein, dass es für Investoren besser ist abzuwarten, was die neue US-Wirtschaftspolitik mit sich bringt. Auch auf die Gefahr hin, eine Jahresendrallye zu verpassen. Denn ein weiter wie bisher wird es mit dem neuen US-Präsidenten, nach den im Wahlkampf getroffenen Aussagen, nicht geben können. Für Trader könnte sich momentan die Short-Seite anbieten. Hier spricht das gute Chance/Risiko-Verhältnis für einen spekulativen Trade. Denn sollte der Kurs an der charttechnischen Widerstandszone um die Marke von 10.800 Punkten erneut abprallen, dann wäre das nächste Kursziel die untere Begrenzung der Range der letzten Monate, die 10.190 Punkten verläuft.