Strategien für den Handel mit Indizes


Wenn Sie sich im Handel mit Indizes engagieren, so sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass das Finanzprodukt, welches Sie handeln (nämlich der Index selbst), zwar ein einziges Produkt zu sein scheint, dass dieses Produkt aber aus einer ganzen Reihe von einzelnen Aktien besteht, welche in diesem Index zusammengefasst wurden. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen eine Reihe von entscheidenden Punkten, auf die Sie achten sollten:

  • 01

    Die Überwachung der einzelnen Sektoren eines Indexes

    Es gibt keine spezifische Größe für einen Index: Für Aktienindizes gibt es viele sehr verschiedenartige Beispiele, von Deutschlands Leitindex DAX-30 bis hin zum Wilshire-5000-Index. Eine Überlegung, die man immer anstellen sollte, bevor man in den Handel mit einem Index einsteigt, ist allerdings immer die gleiche: Aus welchen einzelnen Komponenten setzt sich dieser Index eigentlich zusammen? Beinhaltet er eine hohe Anzahl von Aktien, deren Firmen in einem ganz bestimmten Sektor des Marktes tätig sind?


    Beispielsweise besteht der britische Leitindex FTSE-100 zu mehr als 10 % aus Firmen, die im Minengeschäft und Energiegeschäft tätig sind – was bedeutet, dass eine Veränderung bei den Rohstoffpreisen und der sich infolgedessen ergebende Anstieg oder Kursverfall bei den Aktien der entsprechenden Firmen das Potenzial besitzt, den gesamten FTSE-Index erheblich zu beeinflussen.

  • 02

    Veränderungen bei den Indizes

    Dies ist streng genommen keine Strategie, sondern einfach eine Tatsache, deren man sich bewusst sein sollte: Die Aktien, aus welchen ein Index besteht, können sich in ihrer Natur im Laufe der Zeit verändern. Beispielsweise kann es zu Firmenzusammenschlüssen (sogenannten Fusionen) kommen, was bedeutet, dass zwei Aktien zu einer einzigen verschmolzen werden. Beispielsweise fusionierten im Jahre 2014 die beiden britischen Firmen Dixons und Carphone Warehouse – und ihre vormals separaten Aktien wurden nunmehr zu einer einzigen handelbaren Aktie zusammengefasst, und zwar unter dem Namen Dixons Carphone. Des Weiteren können Firmen auch pleitegehen, und in diesem Fall wird der Handel mit ihren Aktien beendet. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, dass der Marktanteil einer Firma so weit absinkt, dass sie plötzlich zu klein wird, um sich noch für die Auflistung in einem bestimmten Index zu qualifizieren (der britische Leitindex FTSE-100 beispielsweise umfasst die 100 größten börsennotierten Firmen Großbritanniens). In diesem Falle würde die Firma innerhalb kurzer Zeit aus dem Index ausgeschlossen werden, während stattdessen eine andere Firma aus einem untergeordneten Index, die nunmehr einen höheren Marktanteil bzw. eine höhere Marktkapitalisierung hätte als die vom Index ausgeschlossene Firma, den nunmehr freigewordenen Platz im Index einnehmen würde.

  • 03

    Die Verbindung zwischen Währungen und Aktienindizes

    Wenn man mit Indizes handelt, empfiehlt es sich stets, die aktuelle Entwicklung auf den Devisenmärkten im Auge zu behalten: Es gibt nämlich gewisse Konstellationen, in welchen eine schwache Landeswährung dazu führt, dass ein Index ansteigt – und umgekehrt kann eine starke Landeswährung dazu führen, dass ein Index fällt. Nehmen wir als Beispiel einmal den japanischen Leitindex Nikkei-225: Im Jahre 2014 stieg der Wert des US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen deutlich an – im früheren Verlaufe des Jahres betrug die Wechselkursrate in etwa 1:102, während sie gegen Ende des Jahres um die Marke von 1:120 schwankte. Allerdings stieg gleichzeitig der Nikkei-225 während des ganzen Jahres 2014 von einem Hoch zum anderen, wobei er von einem Niveau von 14.000-15.000 Punkten ausging und gegen Ende des Jahres fast 18.000 Punkte erreichte.


    Worin liegt der Grund für diesen starken Kontrast zwischen der Währung eines Landes und seinem Leitindex? Die Antwort liegt darin, dass die ständig schwindende Stärke des japanischen Yen vielleicht eine aktive Rolle beim Anstieg des Nikkei gespielt haben könnte. Japans Wirtschaft ist zu einem großen Teil von Exporten abhängig – und eine schwächere Wechselkursrate für die Landeswährung bedeutet Vorteile für die Importeure, weil sie nämlich somit ihre Produkte auf den Märkten des Auslands zu einem tieferen Preis anbieten können, während sie immer noch in ihrer Landeswährung gerechnet einen vergleichbaren Gewinn bei jedem Verkauf erzielen. In diesem Falle half also die Abwertung des japanischen Yen den exportorientierten Firmen Japans dabei, ihr Geschäft weiter auszubauen, womit die Kurse ihrer Aktien stiegen – und damit stieg der Leitindex des Nikkei insgesamt an.

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