CFD-Handel – Stehen die Finanzmärkte vor einer ernstzunehmenden Korrektur? 



Anleiherenditen befinden sich in der Nähe von Rekordtiefs, während sich Aktien auf einem Allzeithoch bewegen.
Finanzmärkte weisen Zeichen von Stress auf, auch wenn es nicht zu offensichtlich scheint.


Spekulationsblase an den Aktienmärken?



Die Bullen haben wahrhaft das Ruder übernommen. Die US Aktien steigen und der Dow und der S&P 500 haben in der letzten Woche eine Serie von Allzeithochs erlebt. Sind die Aktienpreise gerechtfertigt? Jim Cramer sagt ja. Es gibt jedoch immer mehr Anzeichen für eine Umkehrung der normalen ökonomischen Prinzipien. Bonds sind einfach zu teuer und Investoren steigen weiterhin in Aktien ein. Es sind die Zentralbanken, die dieses Muster ebenfalls unterstützen. Obwohl die Vereinigten Staaten den Hahn bezüglich des Asset-Kaufs vor zwei Jahren zudrehten, sind die Folgen aus Europa und Japan auch in den USA zu spüren.
Was wir teilweise auf den US Aktienmärkten sehen, ist Teil einer Verschiebung in Richtung Qualität, da die Wirtschaft ein Lichtblick inmitten von Trübsinn ist. Japan ist erstarrt, Europa stagniert und Großbritannien könnte sich in Richtung einer Rezession bewegen, nachdem das Land sich für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden hat.

Die Unternehmenszahlen sind nicht wirklich brillant. Der S&P 500 befindet sich derzeit deutlich über seinem 10-Jahresdurchschnitt von 14,7 in Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis. David Rosenberg von GluskinSheff erklärte der Financial Post, dass die Bewertungen „extreme Werte erreicht haben“. Er betonte, dass sie das 21-fache der Erträge vom letzten Jahr und das 18,3-fache der Erträge für das nächste Jahr darstellen.
Die sogenannten sicheren Aktien sind ein besonderer Fall. Wie JPMorgan in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung anregte, sind die Bewertungen von Aktien mit hohen Dividenden und niedriger Volatilität extrem hoch und die Bank geht davon aus, dass die Spekulationsblase bald platzen wird.
Billige Kredite heizen die Gewinne an. Zahlen von Standard & Poor zeigen, dass die Schulden der S&P 500 Unternehmen in den letzten fünf Jahren um 56 % angestiegen sind. Dies beschreibt sehr gut die derzeitige Situation. Die Bonds, die zur Finanzierung von Aktienrückkäufen ausgegeben wurden, treiben die Bewertungen nach oben.  

Larry Fink, der Vorstandsvorsitzende von BlackRock, denkt, dass die Rally bei den US Aktien kurzlebig sein wird, falls die Unternehmenserträge enttäuschen werden. Carl Icahn sagt, dass der „Tag der Abrechnung“ nahe sei. Da die Volatilität beim S&P 500, wie von VIX-Index (Maßstab für die Nervosität der Anleger) gemessen wurde, auf sein niedrigstes Niveau seit zwei Jahren gefallen ist, wird irgendetwas früher oder später passieren. Investoren müssen nun bewerten, wie lange die Rally noch dauern wird, bevor sie zusammenbricht.
Unterdessen glaubt Jeffrey Gundlach, Gründer von DoubleLine Capital, dass das Rekordhoch bei den Aktien und das Allzeittief bei den Anleiherenditen ein Zeichen von „Psychose“ auf den Märkten ist.  
„Es geht eine Art von Massenpsychose in Bezug auf den so genannten Renditehunger um“, sagte er in einer Internetmitteilung. „Nennen Sie mich altmodisch, aber ich bin kein Freund von Investitionen, bei denen man richtig liegt, aber kein Geld verdient.“



Es knirscht im Bankensektor



Banken scheinen in einer besseren Verfassung als im Jahre 2008 zu sein, aber es gibt große Bedenken über den Gesundheitszustand der Finanzinstitutionen in Europa. Italienische Banken haben eine Bürde von 360 Milliarden € fauler Kredite zu tragen. Dies entspricht einem Drittel der gesamten faulen Kredite innerhalb der Eurozone. Sie benötigen eine Re-Kapitalisierung und die Stresstests für die europäischen Banken, die am 29. Juli veröffentlicht werden, könnten einige wahre Schwächen aufweisen. 
Die ehemals mächtige, im Handel mit festverzinslichen Rentenpapieren operierende, Deutsche Bank hinkt vor sich her. Sie ist mit großen derivativen Risiken belastet und mit extrem niedrigen Zinsen konfrontiert. 

Der Stoxx Europe 600 Banks Index verlor in den letzten 12 Monaten 40 %.


Globale Zahlungsausfälle

S&P berichtet, dass die Zahlungsausfälle in diesem Jahr die Zahl von 100 überschritten haben. Dies ist ein Ansprung von 50 % im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Es ist die höchste Zahl seit 2009 und zugleich ein warnendes Signal für die Volkswirtschaft. Es scheint jedoch, dass es sich hauptsächlich um Öl- und Energieunternehmen handelt, die Zahlungsausfälle zu bedauern haben. Diese Unternehmen tun sich mit der erneuten Verhandlung der Finanzierung schwer, nachdem die Crude-Preise zu Anfang des Jahres kollabierten.


100 Dollar Bill on US Flag