Brexit – Märkte sehen eine erwartete Verschiebung in sichere Häfen

Wie reagieren die Märkte auf die britische Entscheidung die Europäische Union zu verlassen? Die Antwort scheint im Einklang mit den Erwartungen der Analysten zu stehen. Die Volatilität wird jedoch weiterhin hoch erwartet und es gibt keine Gewissheit in welche Richtung sich die Preise bewegen werden. 


Aktien von Banken- und Immobilienunternehmen fallen


Im Vereinigten Königreich war der erwartete Ansturm auf Bank- und Immobilienunternehmen deutlich sichtbar. Bei den Banken traten mindestens zweimal Sicherheitsautomatismen in Kraft, um vorübergehend den Handel auszusetzen. Die Aktien von Barclays, RBS und anderen sahen erhebliche Verluste.

Aktien von Immobilienfirmen sind ebenfalls stark gesunken. Foxtons fiel am Montag, den 27. Juni um 22 %. Ein weiterer Verlierer war Barratt Developments, die nach dem Votum am Montag von 570 p auf 348 p fielen. Der Handel mit Taylor Wimpey und Berkeley Group wurde am Montagmorgen zeitweise aufgrund von hoher Volatilität ausgesetzt.


Rally bei defensiven Aktien


Es gibt jedoch nicht nur schlechte Nachrichten. Einige defensive Aktien konnten deutlich zulegen. Sowohl GlaxoSmithKline als auch Diageo und United Utilities Group konnten zulegen. Minenbetreiber von Gold und Silber konnten sich an einem Sprung nach oben erfreuen.


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Sterling deutlich unter Druck


Das größte Ereignis war jedoch der Absturz des Pfunds, das auf den niedrigsten Wert gegenüber dem Dollar seit 31 Jahren fiel. Das Währungspaar GBP/USD fiel am Montag auf ein neues Tief, trotz der Anstrengungen des Schatzkanzlers George Osborne wieder Ruhe herzustellen. Nahezu hat jede Währung gegenüber dem Pfund seit Freitag zulegen können.


Gold Rally


Investoren suchen Schutz und der große Gewinner ist Gold, das um ca. 5 % seit dem Brexit Votum gestiegen ist.

Erwartungen, dass der Austritt der US-amerikanischen Notenbank ermöglicht, eine Zinserhöhung in diesem Jahr zu verzögern, könnte dem Gold ebenfalls helfen.


Yen Anstieg


Das Währungspaar USD/JPY sank unter 102, da der Sieg des Austrittslagers japanische Aktien fallen ließ. Der Yen ist ein sicherer Währungshafen und bewegt sich normalerweise entgegengesetzt zu den japanischen Aktien. Der Nikkei 225 fiel am Freitag um 8 %. Am Montag konnte er sich jedoch wieder ein wenig erholen.


DAX fällt ebenfalls


Europäische Indizes haben seit dem Votum deutlich verloren. Der DAX öffnete 1.000 Punkte niedriger; er konnte sich dann aber stabilisieren.


Staatsobligationen und Bonds


Die Nachfrage nach sicheren Häfen verhilft  der Bond Rally in diesem Jahr zu neuen Höhen. UK 10-Jahres Staatsobligationen stiegen an und die Rendite auf die britischen Papiere fiel zum ersten Mal unter 1 %. Japanische Regierungsbonds bringen derzeit  –0,2 %, während deutsche Bonds auf einem Rekordtief liegen.