Das Bild des Forex Handels ist durch den Brexit geprägt, da sich Investoren auf mögliche Auswirkungen einer Abstimmung für das Verlassen vorbereiten. Ebenfalls wird überlegt, was das für die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs bedeutet. Mit dem Sterling zu handeln ist aufgrund des Brexits schnell zum heißesten und risikoreichsten Geschäft geworden, da es eine enorme Volatilität in den Preisaktionen gibt. Bewegungen des Pfunds in der letzten Zeit weisen auf eine große Ungewissheit über den Ausgang des Wahlergebnisses des Referendums hin.


Obama Effekt

Sterling stieg am Montag (25. April) stark an und erreichte das beste Niveau seit fünf Wochen. Dies geschah nachdem US Präsident Barack Obama sich zur Brexit Debatte äußerte. Er warnte Großbritannien davor, dass es sich am „Ende der Schlange“ befinden würde, wenn es um Geschäfte mit den USA ginge, falls sie sich für einen EU Ausstieg entscheiden würden. Die starke Unterstützung von Obama für den Verbleib der Briten in der EU erhöht das Vertrauen der Investoren in das Pfund, das in den letzten Wochen auf ein Mehrjahrestief gefallen ist. Dies hebt auch die Fragilität der Währung hervor und wie es durch politische Aussagen hin und her geschoben wird. Die letzte große Bewegung wurde durch das politische Schwergewicht Boris Johnson hervorgerufen, der sich für das Verlassen der EU ausspricht.


Was wird mit dem Pfund passieren?

Kommentare von Politikern bewegen das Pfund aus gutem Grund, da Wirtschaftswissenschaftler besorgt darüber sind, was passieren wird, wenn das Vereinigte Königreich die EU verlässt. Verschiedene Banken gehen davon aus, dass das Verhältnis (GBP/USD) auf 1,20 fallen könnte, falls es zum Verlassen kommen würde. Des Weiteren sind Investoren besorgt, da die Kosten für den Schutz vor einem Fall des Sterlings auf dem höchsten Stand seit Jahren sind. Die implizierte Volatilität für Kontrakte von 3-Monats-Optionen ist ebenfalls deutlich höher als sonst und über das Niveau von 2014 (Referendum in Schottland) und 2015 (Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich) gestiegen.


In anderen Worten, Händler sind nervös bezüglich der Wahl und vorbereitet, mehr für den Schutz zu bezahlen, der sie vor möglichen großen Erschütterungen schützt. Jeff Gundlach, Gründer von DoubleLine Capital, glaubt, dass sie Ihr Geld rauswerfen. Es gibt jedoch berechtigte Sorgen, dass sich das Vereinigte Königreich gegen ein Verbleiben entscheidet. Die Kosten für den Schutz sind wieder gefallen, nachdem sie im März ihren Höhepunkt erreicht hatten. Dies spiegelt somit die nachlassenden Sorgen um den Sterling wider.


Was sagen uns die Umfragen

Die Umfragen vom 25. April zerstreuen die Ängste nicht, obwohl es eine kleine Mehrheit für den Verbleib gibt.

Die Umfrage der Financial Times zeigt eine geringe Mehrheit für den Verbleib (44 %). 42 % sind für das Verlassen.

Beunruhigend für das Anti-Brexit Lager ist, das es Anzeichen gibt, dass sich die Lager im Endspurt annähern, was natürlich zu einer noch größeren Unsicherheit führt.

Das Pfund Sterling reagiert immer sensibler auf die Umfragen, da wir uns mehr und mehr dem Referendum nähern. Das bedeutet, dass die Preise bei jedem neuen Nachrichtenartikel umherspringen können. Einige Händler werden die Volatilität genießen, während sich andere aus dem Sterling komplett zurückziehen und auf neue Trends setzen möchten.

Im Moment ist es ein harter Brocken mit dem Sterling zu handeln, da es noch fast zwei Monate bis zur Wahl sind und die Umfragen wahrscheinlich noch weiter schwanken werden.