Forex Handel – In welche Richtung könnte sich das Währungspaar GBP/USD im Juni bewegen?

Für Forex Händler, die mit GBP/USD handeln, finden innerhalb der nächsten zwei Wochen zwei marktbewegende Ereignisse statt. Die US-amerikanische Notenbank wird am 15. Juni ihre Zinsentscheidung verkünden und die Briten werden am 23. Juni ein entscheidendes Referendum abhalten.

Zurzeit erwägt die Fed ihre erste Zinserhöhung seit Dezember, als  die Anhebung eines Viertelpunkts die globalen Märkte ins Trudeln brachte. Dieses Mal scheinen die Märkte doch ruhiger zu sein, aber ein „Wutanfall“ kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, besonders wenn das britische Referendum bezüglich der EU-Mitgliedschaft acht Tage später stattfindet.

Händler müssen auf vier mögliche Szenarien bezogen auf das Währungspaar GBP/USD und auf die (mögliche) Volatilität vorbereitet sein:

Höchste Volatilität: Fed hebt Zinsen an und Großbritannien verlässt die EU

Volatilität: Fed hebt die Zinsen nicht an und Großbritannien verlässt die EU

Volatilität: Fed hebt Zinsen an und Großbritannien bleibt in der EU

Geringste Volatilität: Fed hebt Zinsen nicht an und Großbritannien bleibt in der EU

Erwartungen, dass es eine Zinserhöhung geben wird, lassen die Nachfrage nach dem US-Dollar ansteigen, während Erwartungen eines EU-Austritts der Briten das Pfund nach unten drückt. Eine Wahl für den EU-Austritt direkt nach einer Entscheidung der Fed für eine Zinserhöhung würde den perfekten Sturm für das Währungspaar GBP/USD bedeuten.

In Bezug auf die richtige Positionierung kommt es für Händler besonders darauf an, wie groß die Chancen einer Zinserhöhung und wie groß die Chancen eines Brexit sind.

Chancen eines Brexit

Die Chancen für einen EU-Austritt Großbritanniens waren bis Ende Mai unklar, da eine Umfrage im Telegraph auf eine große Unterstützung für den Verbleib in der EU hinwies. Die Umfrage der Zeitung sagte aus, dass konservative Wähler, Pensionäre und Männer sich gegen den Brexit aussprechen werden und jetzt in der EU bleiben wollen. Insgesamt liegt die Seite, die für den Austritt plädiert, 13 Punkte hinter denen, die in der EU verbleiben wollen.

Nachdem diese Daten veröffentlicht wurden, gab es eine starke Aufwärtsbewegung beim Währungspaar GBP/USD, die darauf hinwies, wie sensibel das Währungspaar auf die Brexit Erwartungen reagiert. Das Pfund Sterling erreichte sein bestes Niveau seit drei Monaten nachdem Investoren auf die Umfrage reagierten.

Die ersten zwei Monate im Jahr 2016 sahen das Pfund auf das niedrigste Niveau seit sieben Jahren sinken. Es verlor mehr als 6 %, als der Brexit Impuls an Fahrt aufnahm. Das Pfund Sterling konnte sich jedoch seitdem um mehr als 5 % erholen, nachdem sich die Balance wieder zurück auf die Pro-EU Seite bewegte.

Beim Handel mit dem Währungspaar GBP/USD vor dem Referendum scheint es so, dass die Umfragedaten den größten Einfluss auf die Stärke des Sterlings haben.

Chancen einer Zinserhöhung durch die Fed

Umfragen können uns auch Informationen über die Chancen einer Zinserhöhung durch die Fed im Juni geben. Letztlich jedoch ist die Entscheidung von den individuellen Entscheidungsträgern und deren Blick auf die Situation am Tag abhängig.

Das Protokoll von der April-Sitzung weist darauf hin, dass es im Juni eine spannende Sitzung geben wird. Laut des Protokolls ist „es wahrscheinlich angemessen für den Ausschuss den Ziel-Zinssatz im Juni anzuheben“, vorausgesetzt die wirtschaftlichen Daten unterstützen dies.

Ende Mai wiesen die Federal Funds Futures eine aus drei Chancen aus, dass die Zentralbank die Raten im Juni erhöht. Mittlerweile preisen Fed Offizielle die Juni-Sitzung an.

Sehr gute Verkaufszahlen von Neubauten in den USA machten eine Zinsanhebung im Sommer deutlich wahrscheinlicher. Eine Anhebung im Juli ist jedoch mit weniger Risiko behaftet als der Juni. Der Notenbankchef von St. Louis James Bullard wies darauf hin, dass die Bank bei einer Zinserhöhung keine Pressekonferenz abhalten müsse. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Bank nicht gestoppt werden kann, bis Juli zu warten, um den Auslöser zu drücken. Gouverneur Jerome Powell sagte, dass Märkte davon ausgehen sollten, dass die Raten relativ schnell erhöht würden.

Das Protokoll von der letzten Fed Sitzung weist ebenfalls auf die Brexit Abstimmung hin und auf das Risiko für die Finanzmärkte. Die Frage ist, ob die Zentralbank auf eine Zinserhöhung so kurz vor dem britischen Referendum vorbereitet ist.

Höhere Marktvolatilität kann höhere Möglichkeiten aber auch ein höheres Risiko mit sich bringen. Um dieser Situation Rechnung zu tragen, wird ETX Capital die Margenraten auf vereinzelten Märkten erhöhen.



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