Brexit – Die Sektoren des Aktienmarktes, die von der Entscheidung am meisten betroffen sind.

Der Brexit hat den größten zwei Tages Verlust bei globalen Aktien seit Beginn der Aufzeichnungen ausgelöst. Die Märkte verloren innerhalb von zwei Handelstagen drei Trillionen $ an Wert. Am Dienstag, den 28. Juni erholten sich die Aktien und sie konnten somit ein wenig an Boden zurückgewinnen. Die Stimmung bleibt in verschiedenen Sektoren jedoch pessimistisch. 



Brexit Road Sign


Banken


Banken haben die größte Last bei den Leerverkäufen zu tragen. Die Aktien von RBS, Barclays, HSBC und Standard aus dem FTSE 100 fallen seit Freitag.

Erstens - Es hat sich so langsam die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Zinsraten noch für länger auf dem niedrigen Niveau verbleiben werden – Die Staatsobligationen sind zum ersten Mal unter 1 % gefallen und es wird vermutet, dass die Bank of England über eine Zinssenkung nachdenkt. Es wird sogar über Negativzinsen diskutiert.

Zwischenzeitlich müssen die Immobilienwerte neu bewertet werden und das könnte das Kreditportfolio der Banken stark beschädigen.

Drittens – Britische Banken werden nach dem Brexit wahrscheinlich keinen Zugang zu den EU-Märkten haben, da sie Ihre „passporting“ Privilegien verlieren werden. Dies könnte einen ernsthaften Einfluss auf den „Footprint“ der Banken und auf die Geschäfte im Vereinigten Königreich haben. JPMorgan könnte 5.000 Arbeitsplätze aus London abziehen und HSBC hat schon angedeutet, dass die Bank 1.000 Arbeitsplätze nach Paris verlagern könnte.

Eine verbesserte Marktkapitalisierung nach der Lehman Krise bedeutet, dass wir keinen „Ansturm“ auf die Bankaktien sehen. Es gibt jedoch Sorgen darüber, wie Banken aus dem Vereinigten Königreich außerhalb der EU Erfolg haben können.

Anthony Brown, Vorstandsvorsitzender der britischen Bankenvereinigung, sagte, dass es „verschiedene Jahre“ dauern wird, bis die Veränderungen des Bankenwesens überwunden werden.

Des Weiteren sagte er, dass schon ein signifikanter Anteil an Eventualitäten eingeplant worden sei und die Industrie gut vorbereitet sei. „Zudem haben die Banken ihr Kapital und ihre Liquidität erhöht. Banken werden nun analysieren, welche Auswirkungen das Resultat auf ihre Kunden und Mitarbeiter langfristig hat“, fügte er hinzu.


Tourismus

Auch einige Tourismusaktien haben Verluste einstecken müssen, ganz besonders EasyJet und Carnival, der Veranstalter von Kreuzfahrten. Investoren sind besorgt, dass der Brexit den Urlaubsplänen und Geschäftsreisen einen Dämpfer verpassen könnte. Ein schwächeres Pfund macht es für die Briten teuer nach Europa zu reisen. Es gibt jedoch Berichte, die ein großes Interesse von US-Amerikanern vermelden, die nach Großbritannien reisen möchten. Dies könnte einigen Aktien positiv beeinflussen. Fluggesellschaften sind dem Thema ebenfalls ausgesetzt, da das Votum Zweifel an der zukünftigen britischen Beteiligung  an den sogenannten „Open Skies“ und dem europäischen Luftverkehrsraum aufkommen lässt. Diese Konzepte erlauben es Luftfahrtunternehmen frei zwischen europäischen Nationen und den USA hin und her zu fliegen.

Immobilien



Immobilienaktien sind dem Brexit Thema ebenfalls besonders ausgesetzt und der Abwärtsstrudel bei einigen Unternehmen nach der Abstimmung war weitgehend erwartet worden.

Ein fallendes Bruttoinlandsprodukt und schwache Investitionen werden negative Auswirkungen auf Gewerbeimmobilien haben, da es bei Büroflächen eine geringere Nachfrage geben könnte. Immobilienmakler sind ebenfalls darüber besorgt, dass Hauspreise deutlich fallen könnten, da das Vertrauen erschüttert ist, Arbeitsplätze wegfallen und die Darlehensgewährung austrocknet.

Melanie Leech, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes britischer Haus- und Grundbesitzer stellt fest, dass die Wirkung des Ergebnisses direkt zu spüren war und wir alle die Marktturbulenzen und den Absturz beim Pfund sehen konnten. Die Prioritäten der Regierung und der Bank of England sollten nun die Stabilisierung der Position und die Aufrechterhaltung des Vertrauens im Vereinigten Königreich sein“.

„Es ist nun klar, dass es politische Veränderungen geben wird. Wir arbeiten jedoch weiterhin mit der Regierung und anderen Beteiligten zusammen, so dass die Immobilienbranche, die einen erheblichen Beitrag zum britischen Bruttoinlandsprodukt liefert, weiterhin die Volkswirtschaft unterstützen und tolle Orte erschaffen kann“.