Ein Blick auf den Tageschart zeigt, dass der DAX30-Index nun schon seit knapp zwei Wochen an der charttechnisch wichtigen Unterstützungslinie bei 9900 Punkten klebt. Bislang konnte jeder Ausbruchversuch, ob nach oben oder nach unten, vereitelt werden. Doch eine alte Faustregel an den Finanzmärkten lautet, dass nach einer Seitwärtsbewegung eine Trendbewegung ansteht. Oft kann man in diesen Fällen das Muster erkennen, dass umso länger eine Seitwärtsphase anhält, desto schärfer und eruptiver der Ausbruch aus der Range war. Beim DAX30-Index könnte es ähnlich laufen, wenn ein wichtiges Event oder eine Nachricht für einen starken Impuls sorgt und den deutschen Index nachhaltig bewegt. In diesem Fall könnten alle diejenigen, die sich auf der falschen Seite positioniert haben, gezwungen sehen, ihre Positionen zu schließen. Das könnte einem Ausbruch nochmals einen zusätzlichen Schub in Ausbruchrichtung geben.

Im Falle des DAX30 sind die Grenzen der Seitwärtsrange recht gut zu identifizieren. Nach oben scheint der Deckel die 100-Tage-Linie zu sein. Sollte im Anschluss an die US-Arbeitsmarktdaten, die morgen veröffentlicht werden, der Ausbruch über den viel beachteten 100-Tage-Durchschnitt gelingen, dann könnte dies zu einem kleinen Short-Squeeze führen, der den Kurs des Index als nächstes bis zur 200-Tage-Linie führen könnte.

Auf der unteren Seite könnte die 9750-Punkte-Marke im Blick behalten werden. Sollte der DAX30 unter diese Schwelle fallen, dann wäre das in der momentanen Lage ein schlechtes Zeichen und könnte dazu führen, dass die Bullen ins Hintertreffen geraten und ihre Positionen auflösen. In diesem Fall könnte der Weg in Richtung 9500 Punkte erst einmal frei sein. Bei der Marke von 9500 Punkten verläuft dann die nächste wichtige charttechnische Unterstützung für den Kurs des Börsenbarometers.

DE_Blog_01042016