Die Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer bezüglich neuer geldpolitischer Maßnahmen vonseiten der EZB sind hoch und so könnte sich die Spannung morgen nach der Pressekonferenz von Mario Draghi, die planmäßig um 13:30 Uhr beginnen soll, entladen. Es könnte also morgen, wenn Mario Draghi vor der Öffentlichkeit spricht, mit einer hohen Volatilität gerechnet werden. Sollte der EZB-Chef morgen aus Sicht der Märkte liefern, dann könnte der DAX30-Index, wie im Tageschart zu sehen ist, die charttechnisch wichtige Widerstandslinie bei 9900 Punkten nachhaltig überwinden. Ein erstes Kursziel nach einem Ausbruch könnte dann die Runde 10.000-Punkte-Marke sein, die zwar charttechnisch keine Bedeutung besitzt, aber trotzdem eine gewisse Anziehungskraft auf die DAX30-Trader ausstrahlen könnte.


Aus Sicht der Charttechnik könnte das nächste Kursziel, nach einem erfolgreichen Ausbruch des DAX30 über den 9000-Punkte-Widerstand, die 100-Tage-Linie sein, die momentan bei zirka 10.200 Punkten verläuft. Wie im Chart zu erkennen ist, hätten die Bullen jedoch nach einem erfolgreichen Ausbruch ein ganzes Stück Arbeit vor sich, denn im Kursbereich von 10.500 Punkten bis 10.200 Punkten verlaufen der gleitende Jahres- und Halbjahresdurchschnitt. An diesen vielfach beobachteten Durchschnitten kommen Kursbewegungen oft zum erliegen. So könnte es auch dem Aufwärtstrend der letzten Wochen gehen. Der Kurs des VDAX-Index, der im unteren Teil des Chartbildes zu sehen ist, zeigt eine deutliche und nachhaltige Erholung. Das könnte zumindest im Vorfeld zur EZB-Sitzung als ein positives Zeichen angesehen werden, denn es bedeutet nicht weniger, als das sich die Nervosität unter den Profi-Händlern auf dem Rückzug befindet.


Auf der anderen Seite könnte die Marke von 9125 Punkten wichtig werden, denn hier liegt eine entscheidende charttechnische Unterstützung für den DAX30. Sollte die EZB aus Sicht der Finanzmarktakteure nicht liefern können, dann besteht die Gefahr, dass der starke Aufwärtstrend der letzten Wochen nur eine Bärenmarktrallye war, die dann wieder in sich zusammenfallen könnte. Bis 9125 Punkte könnte der DAX30-Index aus charttechnischer Sicht fallen, ohne das die Trendwendeformation der letzten zwei Monate negiert wäre. Sollte aber die letzte Bastion der Bullen bei 9125 Punkten fallen, dann wäre der Bärenmarkt wieder voll intakt und es könnte befürchtet werden, dass die Tiefstkurse aus dem Monat Februar erneut getestet werden.

DE_Blog_09032016