Handel – Der FTSE verzeichnet nach der Brexit-Abstimmung seinen höchsten Wochengewinn seit 2011

Bringt der Brexit Probleme? Die Aktienmärkte haben bisher keine, da die wichtigsten globalen Indizes einige ihrer höchsten Gewinne seit Jahren in der letzten Woche verzeichnen konnten.

Der FTSE 100 hat sich vom Brexit-Votum befreit und ist um 7,2 % gestiegen. Das war der höchste Wochengewinn seit 2011. Der Index schloss auf einem 11-Monatshoch von 6.577,83 und somit weit über dem Niveau vor der Abstimmung.

Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte der S&P 500 3,2 % zulegen und schloss bei 2.101,95, nachdem er drei Tage in Folge jeweils 1 % dazu gewinnen konnte. Dies ist nur zweimal in den letzten fünf Jahren passiert.

Trotz der vielen Anstiege gab es auch einige enorme Verluste bei bestimmten Aktien, die durch optimistische Händler völlig ignoriert werden.

RBS fiel um ein Drittel innerhalb von fünf Tagen, während Taylor Wimpey und Persimmon um 30 % nach unten gingen. Währenddessen stiegen die Minenunternehmen Randgold und Fresnillo um 35 % oder mehr.

Der Unterschied zwischen diesen bestimmten Aktien ist relativ einfach zu erklären. Gold- und Silberpreise steigen, während weiterhin Zweifel über die Immobilienpreise bestehen.

Dieses Muster wiederholt sich ebenfalls im FTSE 100 und FTSE 250. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes gab es ca. 225 Verlierer und 125 Gewinner in diesen beiden Indizes. Der FTSE 250 sah deutlich mehr Verlierer, aber auch hier konnte in der letzten Woche ungefähr ein Viertel der Unternehmen zulegen, da der Index wieder an Boden gut machen konnte.

Im FTSE 100 gab es eine ungefähr gleiche Aufteilung zwischen Gewinnern und Verlierern. Der Unterschied liegt in der Aktiengewichtung des Index. Der FTSE 100 ist ein schwergewichtiger Index. Dies bedeutet, dass wenn man sich nur zu stark auf die Gesamtdaten stützt, ist dies ein zu einfacher Ansatz für Händler, die nach einem Trend nach der Brexit-Abstimmung suchen.


Einige der größten Gewinner sind ebenfalls einige der größten Schwergewichte (zum Zeitpunkt der Erstellung):

Shire PLC – Anstieg um 16 %, Gewichtung 2,4 %

AstraZeneca – Anstieg um 15 %, Gewichtung 3,33 %

British American Tobacco, Anstieg um 15 %, Gewichtung 5,33 %

Diageo, Anstieg um 15 %, Gewichtung 3,11 %

BP – Anstieg um 14,8 %, Gewichtung 4,82 %

Unilever – Anstieg um 14 %, Gewichtung 2,56 %

Royal Dutch Shell  A – Anstieg um 11,8 %, Gewichtung 5,12 %

RDS B – Anstieg um 10 %, Gewichtung 4,6 % 

GSK – Anstieg um 12 %, Gewichtung 4,56 %

Vodafone – Anstieg um 6 %, Gewichtung 3,57 %

HSBC – Anstieg um 4 %, Gewichtung 5,45 %


Die größten Verlierer haben jedoch nur einen kleinen Einfluss auf den Index aufgrund der geringeren Gewichtung:

RBS – Verlust von 32,5 %, Gewichtung 0,33 %

Taylor Wimpey, Verlust von 30 %, Gewichtung 0,27 %

Persimmon – Verlust von 30 %, Gewichtung 0,28 %

Barratt – Verlust von 30 %, Gewichtung 0,24 %

IAG – Verlust von 28 %, Gewichtung 0,39 %

EasyJet – Verlust von 28 %, Gewichtung 0,16 %

Travis Perkins – Verlust von 25 %, Gewichtung 0,21 %


Im Allgemeinen kann man sagen, dass normalerweise die Aktien mit einer höheren Gewichtung Gewinner sind, während die Verlierer vor allem aus Aktien bestehen, die eine geringe Gewichtung im Index haben. Auch HSBC, das größte Schwergewicht unter den Blue Chips, mit einer Gewichtung von über 5 %, konnte einen Anstieg verzeichnen, während die Kontrahenten RBS, Lloyds und Barclays  deutlich unter Druck kamen.

Unter den Verlierern haben nur BT und Lloyds eine Gewichtung von über 2 %. Alle Aktien mit einer Gewichtung über 2 % (die größten Schwergewichte) konnten zulegen.

Im FTSE 250 ist ein ähnliches Muster, jedoch nicht so stark zu erkennen. Doppelt so viele Aktien mit einer Indexgewichtung von über 1 % waren Gewinner gegenüber der Anzahl von Verlierern in dieser Gruppe.