Handeln mit Aktien – Einige der größten Leerverkäufe aller Zeiten



Gute Aktien kaufen und sie halten – Das ist das fundamentale Prinzip für eine Investition, richtig? Die meiste Zeit steigen Aktien. Es gibt Zeiten in denen Wertpapiere auch fallen – und wir haben schon alle einen Bärenmarkt erlebt. Doch Bullenmärkte sind stärker und dauern länger. Das ist der Grund warum die größten Indizes immer wieder Allzeithochs erreichen. 

Eine Leerverkaufsstrategie scheitert nicht immer, wie der kürzliche Kollaps bei der Tech Pro Technology Development Aktie zeigte. 


Tech Pro



Am Donnerstag, den 28. Juli, fielen die Aktien von Tech Pro fast um 90 % nach dem wohl aggressivsten und erfolgreichsten Leerverkauf in der Geschichte. Ein Bericht vom aktivistischen Investor und Leerverkäufer Glaucus Research Group sagte, dass Tech Pro ein klarer Verkauf sei und dass das Kursziel bei null liege. In dem Bericht wurde der Firma eine Überbewertung der Erträge vorgeworfen. 
Laut Bloomberg war das Volumen 50-mal höher als normal und die Short-Interest-Quote stieg auf einen Rekord von 3,7 %.


Iomega



Die Geschichte von Iomega, einem der größten Leerverkäufe, kam 2008 schließlich zum Ende, nachdem die Firma an EMC für unter 4 $ pro Aktie verkauft wurde. Zuvor wurde Iomega bei 140 $ gehandelt. Dann wurden die Leerverkäufer jedoch aggressiv und behaupteten korrekterweise, dass der Wettbewerb ansteigen werde und die Technologie die Zip-Laufwerke auf kurz oder lang nutzlos machen würde. 


Valeant



Ein Bericht von Citron Research beanstandete die Bilanzierungspraktiken von Valeant Pharmaceuticals International. Im Gespräch mit CNBC, sagte der Herausgeber Andrew Left von Citron Research, dass er die Aktie „geshortet“ habe. Nach Veröffentlichung des Berichts fiel die Aktie um 39 %. Valeant wird derzeit bei weniger als einem Zehntel seines Hochs im Juli 2015 gehandelt. 


Short-Strategie



Für manche Investoren hat es keinen Wert Leerverkäufe durchzuführen. In vielen Rechtsordnungen stimmen die Regulierer dem zu und es gibt alle möglichen Arten von Regeln, um solche ungedeckten Leerverkäufe zu verhindern. Deutschland und andere europäische Länder haben bei dieser Methode stark durchgegriffen. 
Italien hat Leerverkäufe in Bezug auf Banken aufgrund von Ängsten eines kompletten Zusammenbruchs bei den Kreditgebern verboten. 
Die Regulierer in den USA haben die Leerverkäufe von Finanzaktien 2008 verboten und China hat seine eigenen Einschränkungen eingeführt. Regulierer verbieten diese Methoden gerne, besonders, wenn sich die Märkte in Turbulenzen befinden, da sie glauben, dass sie zum Problem beitragen. 
Trotz alledem weist eine Studie der Notenbank von New York aus dem Jahr 2012 darauf hin, dass ein Verbot von Leerverkäufen nichts bewirkt. 

Die Autoren Robert Battalio, Hamid Mehran und Paul Schultz erklären, dass „das 2008 ausgesprochene Verbot auf Leerverkäufe den Preisrückgang bei Finanzaktien nicht verlangsamen konnte. Tatsächlich fielen die Preise während der zwei Wochen noch stärker, in denen das Verbot in die Tat umgesetzt wurde und sie stabilisierten sich, nachdem es aufgehoben wurde.“

„Ähnliches passierte bei der Herabstufung der Bonitätsbeurteilung der USA 2011. Dies war ebenfalls ein Zeitraum von Marktstress und Aktien die Gegenstand von Restriktionen waren, performten schlechter als die, die keinen Restriktionen unterworfen waren.“

Höchstwahrscheinlich wird dies nicht vermeiden, dass Regulierer gegenüber Leerverkäufern hart auftreten werden, wenn Märkte unter Druck sind.






Bull Bear