Genau wie Halloween und American Football ist der Black Friday (schwarzer Freitag) der letzte US-Import, der die Meinung hier im Vereinigten Königreich spaltet. Unschöne Szenen von Käufern, die drängeln, schupsen und schreien, beherrschen wahrscheinlich heute die Titelseiten auf der ganzen Welt. Die Geschäfte setzen die Preise der Produkte nach unten, um die Kassen klingeln zu lassen. Ob das wirklich in die britische Einkaufskultur passt, wird immer noch diskutiert.


Traditionellerweise nutzen die britischen Geschäfte massive Preisabschläge am zweiten Weihnachtstag, um unverkaufte Weihnachtsprodukte an den Mann zu bringen. Ein großer Teil des Erfolgs liegt darin, Begeisterung im Vorfeld des Schlussverkaufs zu generieren. Wird es auch dann funktionieren, wenn zwei solcher Tage innerhalb von vier Wochen stattfinden? Die Verbraucher sind normalerweise zu Recht vorsichtig in Bezug auf dauerhaft schwankende Preise. Wenn der Black Friday die Messlatte so niedrig setzt, könnte dies einen bitteren Geschmack für die Käufer hinterlassen, da sie noch den teuersten Monat des Jahres überstehen müssen.


Letztes Jahr hat eine Gruppe von Einzelhändlern einen Brief unterzeichnet, der ihre Bedenken über den Black Friday äußert. Diese Bedenken scheinen jedoch auf taube Ohren gestoßen zu sein. Aufgrund der steigenden Popularität des Black Fridays haben einige Unternehmen zusätzliche Bestände gekauft, um die Nachfrage zu bedienen. Andere Geschäfte ignorieren jedoch diesen Tag, da er die aktuellen Einkaufs-, Preisreduzierungs- und Verkaufsmodelle stört. Einige Rabatte sind so groß, dass Unternehmen sehr geringe Gewinnspannen haben und sich fragen müssen, ob es dies alles wert ist. Die Polizei hat zudem vielen Unternehmen empfohlen, zusätzliches Sicherheitspersonal bereitzustellen, um mit den Menschenmassen klarzukommen. Dies sind jedoch zusätzliche Ausgaben für viele Unternehmen im ganzen Land.


Alibabas erfolgreicher Versuch, den chinesischen „Singles Day“ als den eigenen zu beanspruchen zeigt wie mächtig ein solcher Tag wie der Black Friday sein kann. Der Versuch, das Kommerzielle ohne Berücksichtigung von kulturellen Aspekten in ein neues Land durchzusetzen, könnte jedoch komplizierter sein. Der Black Friday ist einen Tag nach Thanksgiving, einem wichtigen Bestandteil des amerikanischen Kulturkalenders. Dies verleiht dem Black Friday eine höhere Bedeutung für die Verbraucher in den USA.


Trotz alledem scheinen die britischen Kunden diesen Tag zu akzeptieren, wenn auch mit geringerem Eifer als die Amerikaner. Einzelhändler müssen sich nun scheinbar dem bekannten Sprichwort beugen, welches den amerikanischen Kundenservice zu dem besten auf der Welt macht: „Der Kunde liegt immer richtig“.


Ähnliche Erwartungshaltungen haben nun die britische Küste erreicht und es liegt nun an den Lieferanten, die Nachfrage zu befriedigen. Manche könnten dies als kommerziellen Abnutzungskrieg sehen, als eine unnötige Ablenkung während der wichtigsten Zeit des Jahres. Der Black Friday ist hier und wird auch bleiben. Ob Geschäfte und Kunden daran teilnehmen bleibt ein strittiges Thema im Vereinigten Königreich. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob es Sinn macht oder nicht. Es ist jedoch klar, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist, bevor das Land versteht, das Beste aus diesen neuen Konsumverhalten zu machen.