Öl beendete den April deutlich besser und konnte seinen besten Monat seit sieben Jahren verzeichnen und für 2016 neue Höchstwerte aufzeigen. Die Erholung kommt trotz eines fehlgeschlagenen Treffens in Doha, wo die Drosselung der Produktion beschlossen werden sollte. Die Produktion bewegt sich jedoch sehr nahe an den Höchstständen.

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Doha ist vergessen

Crude Preise fielen unmittelbar nach den gescheiterten Doha Gesprächen. Die wichtigsten Produzenten konnten sich nicht auf eine Drosselung der Produktion einigen, was auf fallende Preise hinwies. Jedoch war die Erholung der Crude Preise seit dem Treffen beeindruckend.

Zurückblickend war Doha ein Lichtzeichen. Öl hatte seit seinem Tief Mitte Februar deutlichen Aufwind und das Scheitern der Gespräche war nur eine kleine Ablenkung, da Crude weiter anstieg und diesen Trend bis Ende April fortsetzte. Es war der beste Monat in den letzten sieben Jahren. Crude Preise sind um 75 – 80 % seit ihrem Tief im Februar gestiegen.

Produktionsrekord

Der Anstieg der Preise kam trotz des Höchststandes der Produktion der OPEC im April. Die Produktionsanstiege im Iran und Irak konnten die Verringerung in Kuwait mehr als kompensieren.

Die Produktion lag im letzten Monat bei 32,64 Millionen Barrel Öl pro Tag. Im März lag die Produktion noch bei 32,47 Millionen Barrel pro Tag. Der April erreichte fast den Höchststand aus dem Januar von 32,65 Millionen. Streiks in Kuwait führten zu einem Rückgang der Produktion, während Saudi Arabien die Produktion nicht erhöhte.

Gemischtes Bild in den USA

US-amerikanische Vorräte steigen weiterhin an. Zahlen des US-amerikanischen Amtes für Energiestatistik besagen, dass die Vorräte weiter ansteigen, während  das Lagerzentrum in Cushing (Oklahoma) immer noch fast komplett gefüllt ist.

Trotz der steigenden Vorräte, sinkt die US-amerikanische Produktion. Sie fiel auf ein 18-Monatstief, obgleich nach Ansicht von einigen Analysten die Preisrally das Wiederaufleben des US-amerikanischen Ölschiefers unterstützen könnte.

Schwacher Dollar

Im Tandem mit der Ölrally ist ein Rückgang des US-Dollars zu beobachten. Ein schwächerer Dollar tendiert dazu die Preise der Rohstoffe zu unterstützen, da sie in Dollar bepreist sind.

Der US-Dollar wird derzeit in der Nähe seines Jahrestiefststandes gegenüber einem Korb an Währungen gehandelt, da die US-Notenbank die Aussichten für einen Anstieg der Währung noch weiter in die Ferne rückt. Der Dollar-Index verliert in diesem Jahr um die 6 %. Schwaches US-Wachstum hilft dem Dollar auch nicht. Das BIP stieg nur um 0,5 % im ersten Quartal. Dies unterstützt den behutsamen Blick der Notenbank auf die Binnenwirtschaft.

OPEC Treffen

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich nun auf das Treffen der OPEC im Juni in Wien, wo es schon Bewegungen bezüglich der Produktion geben könnte. Trotz der momentanen Crude-Rally, ist der Preis noch weit von der Gewinnschwelle der meisten Mitglieder entfernt.

Saudi Arabien wird ein Schlüssel für jegliche Reduzierung der Produktion sein. Der Iran muss auch einer Reduktion zustimmen, selbst wenn das Land derzeit versucht, Marktanteile so schnell wie möglich zurückzugewinnen.

Wenn man etwas aus dem Doha Treffen gelernt hat, ist es, dass ein Produktionsabkommen nicht das einzige ist, was den Ölpreis in 2016 beeinflussen kann.