Euro Road Sign


Für F. Scott Fitzgerald ist es „in einer wirklich dunklen Nacht der Seele immer drei Uhr morgens.“
Für Forex-Händler könnte 03:00 Uhr jedoch weit entfernt von der schlechtesten Uhrzeit des Tages sein.
Laut eines Forschungsberichts der Deutschen Bank könnte dies sogar die beste Zeit für den Handel von Währungspaaren sein.


3 Uhr oder 9 Uhr?



Was Daniel Brehon und Nicholas Weng eigentlich vorschlagen ist nicht, dass Sie jeden Tag so früh aufstehen, wenn Sie in Groβbritannien oder Europa wohnen. Die 3-Uhr-Prämisse ist für New Yorker, Ostküstenzeit.
Warum? Laut der Autoren des Berichts gibt es ab dieser Zeit ein starkes Muster von Stärke des US-Dollars gegenüber den europäischen Währungspaaren. Wenn der Tag in New York startet gibt es ein dokumentiertes Umkehrmuster, das jedes Mal 2-3 Basispunkte bedeutet.
Die Volatilität steigt bei der Markteröffnung an: den höchsten Punkt erreicht das Währungspaar EUR/USD bei der Markteröffnung in London und dann wieder bei der Markteröffnung in den USA. Die Volatilität bei dem Währungspaar AUD/JPY erreicht Intraday-Höchstwerte beim Start des Handels in New York und dann wieder beim Start in Tokyo.
Die Autoren des Berichts der Deutschen Bank sagten bei Bloomberg, dass „ein korrektes versus inkorrektes Intraday-Timing den Unterschied zwischen der doppelten Zahlung des effektiven Spreads (sollte Ihr erwartetes Intraday-Ergebnis negativ sein) und der Null-Zahlung bzw. dem Erhalt des effektiven Spreads (sollte Ihr erwartetes Intraday-Ergebnis positiv sein) ausmachen könnte.“



Front-Running



Kann die Handelsstrategie auf solchen wiederkehrenden Mustern bei den Währungen basieren? Im Grunde ist es genau das, was die Algorithmen tun. Es scheint, dass sie hinter dem Trend stehen und immer wichtiger für die Märkte werden.
Jeder, der mit dem Währungspaar USD/JPY handelt, kennt sicherlich den Anstieg bei der Markteröffnung in Japan. 
Der Bericht hebt den Yen als eine der interessantesten Handelsoptionen hervor.   
Er zeigt zum Beispiel, dass das Währungspaar EUR/JPY während des US-Handelstags (11:00 – 17:00 Ostküstenzeit)  ansteigt und zwischen 17:00 und 11:00 zurückgeht. Diese Bewegung macht 3 Basispunkte aus. 
Die Währungen aus Australien und Neuseeland zeigen noch eine ausgeprägtere Bewegung im Tagesverlauf, da sich die Währungspaare AUD/JPY und NZD/JPY zwischen 4-5 Basispunkten bewegen. 
Gegenüber den asiatischen Währungen bleibt der US-Dollar normalerweise während des US-Handelstages schwach und steigt im Allgemeinen während des Handelstags in Tokyo an.


Bonds



Die Uhrzeit ist nicht nur bei den Forex-Märkten fundamental. Bond-Händler arbeiten auch mehr und mehr 24 Stunden am Tag, weil es dem Markt an Liquidität fehlt.
Zum Beispiel: Statt mit zugrundeliegenden Instrumenten zu handeln, wählen nun Händler synthetische Produkte für den Handel mit Kassaanleihen. Dies bedeutet mehr Liquidität auf den Futures-Märkten.
Forschungsarbeiten von JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup, die von Bloomberg veröffentlicht wurden, zeigen, dass immer mehr durch US-Händler durchgeführte Transaktionen auf dem Bondmarkt vor der eigentlichen Eröffnung der US-Märkte stattfinden.
„Beim Handel dreht sich Alles um das Timing.“ Es gibt jedoch noch weitere Ebenen in Bezug auf dieses Motto. Es reicht nicht nur zu wissen, wann der Händler basierend auf dem Preis oder der technischen Analyse ein- oder aussteigen muss; Beim Intraday-Handel spielt auch die Uhr eine wichtige Rolle.